Pressemitteilung zu den Protesten gegen die Nazidemo am 6.10.

Überzogener und brutaler Polizeieinsatz schützt Faschisten beim skandieren volksverhetzender Parolen während ihres Aufmarsches in Göppingen. Die Stadt, mit OB Till, wollte den Naziaufmarsch nicht verhindern.

Am Samstag schützte die Polizei mit ca 2000 Beamten, einer Reiterstaffel und drei Helikoptern einen Aufmarsch von etwa 150 Faschisten, außerdem standen drei Wasserwerfer bereit.
Dabei kam es zu brutaler Gewalt gegen Nazigegnerinnen und Nazigegner. Mehrere mussten im Krankenhaus behandelt werden, unzählige wurden durch Pfefferspray an den Augen verletzt oder mit Knüppeln geschlagen. In der Friedrichsstraße beschleunigte ein ziviler Polizist mit einem schwarzen Mercedes und fuhr gezielt in eine Gruppen von Antifaschistinnen und Antifaschisten. Dabei wurde ein junger Gegendemonstrant mitgerissen. Anschließend versuchten die Zivilbeamten mit ihrem Fahrzeug zu fliehen.
Der hoch aufwendige, extrem teure und brutale Polizeieinsatz schütze die Faschisten beim Skandieren volksverhetzender Parolen wie z.B. “Ein Baum, ein Strick, ein Judengenick!”.
Mit an der Leitung des faschistischen Aufmarsches war der Dortmunder Neonazi Dennis Giemsch. Er ist führender Kader der vor Kurzem verbotenen Neonazi Kameradschaft “Nationaler Widerstand Dortmund” gewesen und immer wieder durch die Koordination und Beteiligung an Übergriffen aufgefallen.

Nach dem Scheitern des Verbotsantrages der Stadt, sprach sich keiner der städtischen Vertreter für einen legitime Verhinderung der Nazidemo aus. Die angemeldete und genehmigte Kundgebung des DGB wurde kurzfristig zugunsten der Nazidemo verboten. In anderen Städten, z.B. Am 03.10 in Heidelberg oder am 15.09. in Potsdam wurden antifaschistische Blockaden geduldet, da sich die Stadt nicht davon distanzierte, sondern ganz im Gegenteil die Gegendemonstrantinnen und Gegendemonstranten unterstützte. Im Nachhinein stellen sich OB Till und die Erste Beigeordnete Gabriele Zull als die großen Nazigegner dar, stellen dazu aber Antifaschistinnen und Antifaschisten mit Faschisten gleich.

Johannes Schultes, der Sprecher der Antifaschistischen Gruppe Göppingen meint dazu: “Der konsequente Wille der Stadt den Naziaufmarsch zu verhindern war nicht vorhanden. Die Polizei ging mit hoher Brutalität gegen Gegendemonstrantinnen und Gegendemonstranten vor. Den Faschisten wurde ein freier Weg für ihre volksverhetzende und menschenverachtende Hetze geebnet. Dennoch beteiligten sich etwa 2000 Menschen an verschiedenen, vielfältigen und legitimen Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch.”

Weitere Informationen:

zum Blockadebündnis Läuft Nicht!
zum Nazi Dennis Giemsch vom WDR, vom Blick nach Rechts, bei Endstation Rechts oder auch vom Magazin DER SPIEGEL.
zu den Zivilipolizisten, die einen Gegendemonstranten angefahren haben hier
zur Nazidemo selber

Pressemitteilung der Antifaschistischen Gruppe Göppingen vom 10.10.2012

Dieser Beitrag wurde unter 6. Oktober 2012, Pressemitteilung abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.