Mit der Aktion “Be a Buddy” wurden vor allem Schüler des Mörike-Gymnasium über das Thema Rechtsextremismus aufgeklärt.
“So kann es weitergehen”, zeigte sich Ulrike Haas, Leiterin des Referats Kinder und Jugend bei der Stadtverwaltung, zufrieden mit der Auftaktveranstaltung von “Be a Buddy” im Bürgerhaus: “Der Nachmittag war ein Erfolg.” Mit dem Titel “Be a Buddy” – auf Deutsch etwa “Sei ein Kumpel” – wurde insbesondere junges Publikum angelockt, welches sich über das Thema Rechtsextremismus informierte. Aber auch Schulleiter, Gemeinderat und Polizei fanden in den Reihen der rund 60 Besucher ihren Platz. Doch vor allem Schüler des Mörike-Gymnasiums, das für diese Veranstaltung als Kooperationspartner einstieg, zeigten sich interessiert und folgten aufmerksam den Ausführungen von Alexander Schell. Im Auftrag von “Team-mex”, einer Initiative der Landeszentrale für politische Bildung, referierte er in Göppingen zu Ausdrucksformen, Strategien und Strukturen der rech-ten Szene in Baden-Württemberg.
Er schilderte, wie sich die rechte Szene mit Modemarken, Musik und Codes in den Alltag der Jugendli-chen einschleicht. Zudem machte er deutlich, dass die rechte Szene und die Köpfe, die dahinterstehen, keine Berührungsängste mehr zu den jugendlichen Subkulturen haben. Vordergründig verkaufe sich die rechte Szene als trendy und hip, greife Themen auf, die, wie Kindes-missbrauch, allgemein verurteilt werden. Nebenbei werbe sie ganz subtil für ihre menschenverachtende Ideologie. In regelmäßigen Abständen sind Rechtsextremisten auf den Schulhöfen mit “Schulhof-CDs” präsent, die kostenlos verteilt werden, teilt die Stadt Göppingen in einer Pressemitteilung mit.
Schell ging besonders auf die autonomen Nationalisten ein. Er wies auf deren Strategie hin, sich Themen aus dem sozialpolitischen Spektrum zu bedienen, zum Beispiel Solidarität mit Arbeitslosen. So versuchen sie, die Menschen für sich zu gewinnen. “Da heißt es, wachsam zu sein und sich kritisch mit den allzu einfachen Antworten auseinanderzusetzen”, so Schell. “Denn in Wahrheit verbergen sich eben doch fremdenfeindliche, antisemitische und gewaltverherrlichende Einstellungen dahinter.”
Die neue Aktionsform des “Flashmob” nutzen “Die Unsterblichen”, eine neue Gruppe von Neo-Nazis, um junge Menschen anzusprechen. Via Soziale Netzwerke und SMS werden Anhänger zusammengetrommelt, mischen sich maskiert und mit Fackeln unter Fastnachtsumzüge und verbreiten nicht nur ein bedrohliches Szenario, sondern nutzen die Anonymität auch, um unerkannt Straftaten zu begehen. Nach dem Vortrag wurde noch eifrig diskutiert. “Es war ein durchaus positiver Start für das Projekt und für die sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus”, bilanzierte Ulrike Haas abschließend.
Quelle: SWP vom 13.12.2012
http://www.swp.de/goeppingen/lokales/goeppingen/Aktion-Be-a-Buddy-klaert-ueber-rechte-Szene-in-Baden-Wuerttemberg-auf;art5583,1766724

