Runder Tisch gegen rechtsradikale Aufmärsche

OB_Till_KonterfeiFür den 11. Oktober haben Neonazis ihren nächsten Aufmarsch in Göppingen angekündigt. Die Stadt hat nun zu einem Runden Tisch eingeladen. Dass die Autonomen Nationalisten die kommenden zehn Jahre in Göppingen demonstrieren wollen, ist seit dem Aufmarsch im Oktober 2013 bekannt. Nun haben die Neonazis im Internet den 11. Oktober als Termin für ihre nächste Veranstaltung bekanntgegeben. Die Stadtverwaltung hat jetzt eine von verschiedenen Seiten geäußerte Idee aufgegriffen und zu einem Runden Tisch eingeladen – am 3. Februar im Rathaus.Bei dem Gespräch solle versucht werden, „eine Strategie zu entwickeln, wie in Zukunft gemeinsam mit Großereignissen wie rechtsextremen Demonstrationen umgegangen werden soll“, sagte Rathaussprecher Olaf Hinrichsen am Donnerstag. Eingeladen seien diverse Beteiligte an Gegendemonstrationen und andere Funktionsträger, laut Hinrichsen sind dies Fraktionen und Einzelstadträte, Jugendgemeinderat, Gewerkschaften, der Verein „Kreis Göppingen nazifrei“, Kirchen, der Marketingverein Göppinger City, Schulleiter und Polizei.

Der Vorsitzende des Vereins „Kreis Göppingen nazifrei“, Alex Maier, begrüßt den Schritt der Stadt: „Es ist gut, wenn die möglichst alle einladen.“ Er selbst habe bereits am Vorabend des Naziaufmarschs im Oktober einen Runden Tisch gefordert. Auch gebe es einen entsprechenden Gemeinderatsbeschluss. „Ich hoffe nur, dass man endlich eine gemeinsame Basis findet“, sagt Maier und spielt damit auf die verschiedenen Ansichten an, wie mit den Aufmärschen umgegangen werden soll – wegsehen und zuhause bleiben oder vor Ort Präsenz zeigen und demonstrieren.

Deshalb ist Maiers Wunsch an den Runden Tisch: „Dass alle zusammen eine Veranstaltung machen und man den Nazis nicht die Stadt überlässt.“ Zudem hofft er, dass es eine öffentliche Veranstaltung wird. „Es betrifft ja auch alle, deshalb sollte der Runde Tisch schon öffentlich sein.“ Dass die Polizei dabei sein wird, gefällt Maier: „Es wäre auch gut, wenn die Beamten Anregungen von uns mitnehmen können – und umgekehrt.“

Polizeisprecher Rudi Bauer bestätigt den Termin: „Wir werden teilnehmen und schauen, was es für uns bringt.“ Und er verspricht: „Man muss schauen, dass man vielleicht neue Wege findet.“ Nach der Einkesselung von 500 Demonstranten war die Polizei im Oktober in die Kritik geraten.

Unterdessen läuft eine Online-Petition der Freien Wähler Göppingen im Internet in 13 Tagen aus: „Göppingen macht mobil gegen Nazi & Co.“ ist der Titel, die Petition wendet sich ans Verwaltungsgericht, es soll die Demos verbieten. Das selbstgesteckte Ziel von 10.000 Signaturen ist noch nicht erreicht: Seit 16. November haben 138 Unterstützer unterzeichnet.

Quelle: SWP vom 2.1.2014

http://www.swp.de/goeppingen/lokales/goeppingen/Runder-Tisch-gegen-rechtsradikale-Aufmaersche;art1158499,2381075

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