Wir haben von Irmela Mensah-Schramm eine solidarische E-Mail bekommen. Irmela ist bekannt dafür, dass sie seit vielen Jahren Nazipropaganda z.B. in Form von Aufklebern effektiv beseitigt. Während bei manchen Göppingern diskutiert wird, ob das Entfernen von Nazisticker eine Sachbeschädigung ist oder statt einfachem, schnellen und direkten Handeln erst die Polizei gerufen muss, schreitet diese engagierte Frau stattdessen wie selbstverständlich und vorbildlich zur Tat.
Liebe Antifa-Leute in Göppingen!
Eure Erkenntnis zur verbreiteten Nazipropaganda und deren notwendige Entfernung erfreut und bestätigt mich gleichermaßen! Denn dies ist auch einer der Hauptgründe, weshalb ich seit fast 3 Jahrzehnten zuerst in Berlin-West und nach der Wende im gesamten Bundesgebiet die unsäglichen und unerträglichen Nazischmierereien, -plakate und -aufkleber beseitige. Dies wurde über viele Jahre jedoch leider auch von den mir nahestehenden linken Gruppen belächelt und kommentiert mit “Ach Irmela, du kannst doch damit die Welt nicht verändern” – oder “Damit erreichst du die und den Umstand auch nicht”!
Mittlerweile hat glücklicher Weise ein Umdenken eingesetzt und es war dafür allerhöchste Zeit.
Es war für mich ohnehin all die Jahre unerträglich, dass und vor allem, wie lange auch unter Verbot stehende Nazisymbole und Morddrohungen gegen Andersaussehende und -denkende geduldet wurden. Bis zu elf Jahren, wie ich es später erfuhr. Das ist unerträglich!
Unerträglich ist es aber auch, wenn z.B. Schulen, denen ich mein Projekt anbiete (dies auch in BaWü!) kneifen, so wie die Politik ebenso noch immer kneift!
Letztes Jahr war ich von Berlin aus nach Göppingen gefahren und fand dort auch so einige mir bis dahin unbekannten Sticker, die in meine vor acht Jahren begonnene Zählung der von mir entfernten Aufkleber “eingeflossen” sind. Die Zahl ist aktuell (bundesweit und auch einige europäische Länder): 61.267 !
Ich zähle sie deshalb auch u.a., um zu sehen wie in welchen Intervallen geklebt wird – und auch von welchen Gruppen!
Meine Ausstellung “Hass vernichtet” tourt derzeit im Lande. Übermorgen wird sie in der Uni Magdeburg eröffnet, im Februar die andere im Gymnasium in Schwalmstadt, dann sind weitere Termine fest und verbindlich bereits angemeldet in Montabaur (März und April) und im April ebenfalls bei Chemnitz.
Eine der beiden war ja im November bis Dezember im Ratshaus von Karlsruhe zu sehen.
Wie gesagt: nicht jede Stadt, nicht jeder Politiker hat den Mut, sich dem Umstand der Naziumtriebe zu stellen.
Wohltuend von Euren Aktivitäten zu wissen, meine Grüße aus Berlin mit allen guten Wünschen für ein Nazi-freies Deutschland und Europa!
Irmela Mensah-Schram

