Erfolgreiche Kundgebungstour durch den Landkreis Esslingen

TranspiSeit Anfang 2013 gibt es im Landkreis Esslingen die „Freien Nationalisten Esslingen“ (FNES), eine aktive Gruppe junger Neonazis, die in jüngster Zeit immer wieder durch Provokationen gegen alternative Jugendliche, Hetze gegen Asylsuchende und Verfolgungen junger Antifas auffielen.

Um sich diesen rechten Umtrieben entschlossen entgegenzustellen, organisierte ein breites Bündnis antifaschistischer Gruppen und linker Organisationen eine Kundgebungstour durch Orte, in denen es in den letzten Monaten zu Vorfällen kam.

In Nürtingen wurden in einem alternativen Wohnprojekt Scheiben eingeworfen, während die Rechten in Wendlingen Hetze gegen ein geplantes Flüchtlingsheim betrieben. In Altbach fühlen sich die Faschisten mit ihrer Stammkneipe „Victory“, die sie widerspruchslos duldet, besonders wohl. Dort und in dem benachbarten Ort Deizisau kam es wiederholt zu Verfolgungsjagden auf Antifas. Ein Zusammenhang damit, dass dort ein führender Nazikader der FNES wohnt, ist offensichtlich.

Ziel der Kundgebungen war es, eine breite Öffentlichkeit für das Naziproblem zu schaffen, antifaschistische Präsenz zu zeigen und ein Zeichen gegen menschenverachtende Hetze zu setzen. Vor der Tour gab es offene Drohungen der Nazis, die Kundgebungen zu stören. Davon ließen sich die Antifaschist_innen nicht beeindrucken und zeigten mit etwa 70 Teilnehmer_innen entschlossen und solidarisch antifaschistische Präsenz. Mit Stellwänden, Infotischen, verschiedenen Reden und Flyern wurde in den drei Orten auf die Aktivitäten der regionalen Naziszene aufmerksam gemacht.

Bei der ersten Kundgebung in Nürtingen gelang es, Bürger_innen auf das Naziproblem aufmerksam zu machen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. In Wendlingen gab es einen Versuch von Rechten sich der Kungebung zu nähern. Durch entschlossenes Handeln konnten diese sofort vertrieben werden. Im weiteren Verlauf gelang es auch hier, Bürger_innen durch Redebeiträge und Flugblätter zu informieren.

In Altbach wurden die mit dem Zug angereisten Antifaschist_innen über längere Zeit grundlos vor dem Bahnhof von der Polizei festgehalten. Nach einigen Verhandlungen des Versammlungsleiters mit der Polizei wurde eine Spontandemonstration in Richtung Kundgebungsort genehmigt. Die bereits erwähnte rechtsoffene Kneipe präsentierte sich auch heute offensichtlich als Nazitreffpunkt. Hinter dem sicheren Schutz einer Polizeikette und mit dem Bewusstsein, dass sich zusätzlich noch Hooligans unter den Gästen befinden, provozierten einige Nazis die vorbeilaufenden Antifaschist_innen.

Während der Kundgebung versuchten weitere Nazis immer wieder die Kundgebung anzugreifen. Dies konnte durch entschlossenes Handeln der Kundgebungsteilnehmer_innen verhindert werden. Besonders erschreckend war, wie sicher sich die Rechten fühlten und sogar unmittelbar vor der Polizeikette vermummt und teilweise bewaffnet provozierten und versuchten, aggressiv an den Kundgebungsort zu gelangen. Letztendlich wurden die Nazis festgenommen und vom Kundgebungsort entfernt.

In Altbach offenbarten die Nazis an diesem Tag der breiten Öffentlichkeit, dass sie sogar bereit sind, ihre Drohungen mit Waffengewalt in die Tat umzusetzen. Es wurden ein Schlagring und ein Messer beschlagnahmt. Interessierte Bürger_innen waren schockiert von der Aggressivität und dem Ausmaß der Gewaltbereitschaft der störenden Neonazis. Dies zeigte sich in Gesprächen mit den Kundgebungsteilnehmer_innen. Trotz der Störungen wurde die Kundgebung unbeirrt durchgeführt.

Nach den heutigen Ereignissen können die Stammgäste des „Victory“ nicht mehr ignorieren, mit wem sie regelmäßig ihr Bier trinken. Harmlose Gäste und „liebe Jungs von nebenan“ sehen anders aus.

Sicher ist: Wir werden das Geschehen weiter beobachten und aktiv bleiben. Einer Neonazisszene und einem Nazitreffpunkt in der Region werden wir uns auf verschiedenen Ebenen entgegenstellen.

Der Tag kann im Gesamten als Erfolg gewertet werden. Auf der Straße wurde ein deutliches Zeichen gegen die aktuellen Naziumtriebe gesetzt. Die Resonanz war in allen Orten positiv. Daran werden wir anknüpfen. Weder polizeiliche Verfahren und Maßnahmen, noch gewalttätige Nazis werden uns davon abhalten.

Menschenverachtender Ideologie gemeinsam und solidarisch entgegentreten!

Kein Platz für Nazis – nicht im Kreis Esslingen und auch sonst nirgendwo!

Bericht der Antifa Esslingen vom 11.5.2014

 

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