Beihilfe zum Völkermord

2015-04-20_01Am Montag den 20. April um 19 Uhr berichtet der Autor Jürgen Gottschlich in der Göppinger Stadthalle über die Rolle Deutschlands beim Völkermord an Armenier, Suryoye und Pontosgriechen vor 100 Jahren. Die Buchvorstellung wurde vom Göppinger Solidaritätsbündnis für Rojava organisiert. Armenier, Aramäer, Kurden, Türken und Deutsche, laden gemeinsam zur Diskussion ein. Alle waren am Völkermord beteiligt, entweder als Täter oder als Opfer. Durch diese Veranstaltung will das Bündnis versuchen nicht nur symbolisch sondern auch praktisch das rassistische Konzept der Herrschenden zur Teilung der Unterdrückten aufzuheben.

2015-04-20_02Armenien und viele andere Staaten sprechen von Völkermord, die Türkei lehnt das ab. Auch Deutschland vermeidet das Wort Genozid im Zusammenhang mit den Gräueltaten, die vor 100 Jahren an den Armeniern im Osmanischen Reich verübt wurden – und die nach armenischen Angaben 1,5 Millionen Menschen das Leben kosteten. Welche Rolle Deutschland dabei gespielt hat, zeichnet der Journalist Jürgen Gottschlich nach. Sein Vorwurf ist zugleich der Titel des Buches: “Beihilfe zum Völkermord“. 1914 drängt Deutschland das geschwächte Osmanische Reich in den Ersten Weltkrieg. Es ist kaum noch bekannt, wie eng Deutsche und Türken verbündet waren. Als Chef der deutschen Militärmission wird General Otto Liman von Sanders 1914 nach Konstantinopel entsandt. Sein Stellvertreter, Fritz Bronsart von Schellendorf, wird Generalstabschef des Osmanischen Heeres. Armenier sehen sich bald dem Vorwurf ausgesetzt, Kriegsgegner zu unterstützen. Die Festnahme armenischer Führungspersönlichkeiten am 24. April 1915 markiert den Beginn der Gräuel gegen die christliche Minderheit. Aus den Dokumenten geht hervor, dass Deutsche nicht nur von Massakern wussten, sondern sie befürworten. Gottschlich nennt dies “das dunkelste deutsche Kapitel” im Ersten Weltkrieg. “Dass vor dem Genozid an den europäischen Juden im 20. Jahrhundert schon einmal ein Menschheitsverbrechen stattgefunden hatte, an dem deutsche Soldaten und Diplomaten mittelbar beteiligt waren, ist bis heute vielen Deutschen kaum bewusst.”

Download dir den Flyer oder das Plakat in Schwarzweiß.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Termine abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.